Naturkosmetik

pavo-cosmetics_borago-officinalisWas ist Naturkosmetik? Der Begriff ist leider weder gesetzlich geschützt, noch gibt es eine verbindliche Definition.  «Nicht überall, wo ‹Naturkosmetik› draufsteht, ist auch Naturkosmetik drin», erläutert die Toxikologin Margret Schlumpf in einem Bericht auf www.beobachter.ch. 

Viele Kosmetikprodukte werden mittlerweile als Wunder aus der Natur beworben. Es ist die Rede von Vitaminen, pflanzlichen Ölen mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren etc. Häufig holt einem aber der Blick auf die Inhaltsstoffe auf den Boden der Tatsachen zurück. Bei vielen sogenannten natürlichen Produkten finden sich nämlich Mineralölfette, Silikone und chemische Konservierungsstoffe. Alles potenziell gesundheitsgefährdende Substanzen, die Allergien auslösen und die Haut irritieren können. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass ein Produkt aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht, der sollte sich an den Labels orientieren. Diese werden von der Zertifizierungsbehörde vergeben. Auf dem Schweizer Markt dominieren die Labels Natrue und Ecocert.

Drei Zertifizierungsstufen

Bei Natrue werden drei Stufen der Zertifizierung unterschieden: Naturkosmetik darf ein Produkt genannt werden, wenn die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind. Wobei ein gewisser Anteil an naturnahen Substanzen oder naturidentischen Substanzen erlaubt ist. Als Naturkosmetik mit Bioanteil dürfen unter dem Natrue-Label Produkte vertrieben werden, deren Inhaltsstoffe zu den Richtlinien für Naturkosmetik mindestens zu 70 Prozent aus biologischer Landwirtschaft oder Wildsammlung stammen. Bei Biokosmetik muss dieser Anteil 95 Prozent ausmachen.

Beim Label Ecocert gilt als Naturkosmetik ein Produkt, wenn mindestens 50 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe und 5 Prozent des Gesamtgewichts aus biologischem Anbau stammen. Dabei müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein. Für eine Biozertifizierung verlangt Ecocert dass 95 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus biologischen Anbau stammen und ein Bioanteil von mindestens 10 Prozent des Gesamtgewichts.

Ohne Tierversuche

Natürliche Inhaltsstoffe garantieren nicht, dass mit der Natur sorgfältig umgegangen wird. Das Label Leaping Bunny verbietet Tierversuche mit dem Endprodukt und den Inhaltsstoffen. Zudem müssen auch die Zulieferfirmen tierleidfrei arbeiten und die Produkte dürfen nicht am chinesischen Markt registriert sein, da in China gemäss dem dortigen Gesetz alle Kosmetikprodukte vor der Markteinführung an Tieren getestet werden müssen. Als Pendant für den Leaping Bunny gilt auch das Label der Tierrechtsorganisation Peta.

Hilfreiche Datenbank

Folgende Inhaltsstoffe dürfen nicht in Naturkosmetik enthalten sein: synthetische Farbstoffe, Duftstoffe und Konservierungsmittel, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte. Eine Datenbank für Inhaltsstoffe nach der INCI-Nomenklatur gibt es hier. Die INCI legt fest, in welcher Form und Reihenfolge die Inhaltsstoffe eines Kosmetikprodukts auf der Verpackung deklariert sein müssen.